
Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
ein reichlich verspäteter September-Newsletter ist das, war ich doch noch bis vor Kurzem an der Ostsee und auf einem schönen Literaturfest dort.
In den vergangenen beiden Monaten konnte ich mich mit sehr unterschiedlichen journalistischen, literarischen und kulinarischen Themen beschäftigen – von Annemarie Böll über Thomas Meinecke bis hin zu Alexander Graeffs neuem Gedichtband.
Erst jetzt beim Verfassen dieses Nachrichtenbriefs fällt mir auf, dass mein Kommentar zur Fußball-Europameisterschaft der Frauen und ein Beitrag von mir über Essstörungen bei Männern doch etwas miteinander gemeinsam haben.
Dass in diesem Sommer mehrere Gedichte von mir in der dreisprachigen (polnisch-deutsch-ukrainisch) Literaturzeitschrift RADAR erschienen sind, hat mich gefreut. Ich werde sie meiner Freundin Anna schicken. Aus Charkiw unter Bomben geflohen lebt sie mittlerweile mit Hund Gabriel in Düsseldorf. Doch derzeit befindet sich die Künstlerin auf einem Fußmarsch in ihre Heimat – ein perfomativ-politisches Zeichen. Zwischendurch (sie ist seit Wochen unterwegs) schrieb sie mir auf WhatsApp, wie seltsam es sich anfühlt, wieder in der Ukraine zu sein: It feels like i don’t belong anywhere anymore.
Ich werde ihr nun mein Zwischenreich-Gedicht „Nur die Nieren bleiben beieinander“ auf Ukrainisch schicken, das immerhin damit endet, dass man sich selber in einer lauwarmen Diele wiederbegegnet.
Schöne Begegnungen im Frühherbst wünscht
Tanja
Kulinarische Empfehlung
Ausnahmsweise stelle ich hier eine eigene Schokolade vor. „Bremen“ mit Kaffee, Salz, Bierhefe, Nanaminze und grünen sowie weißen Smartis in werdergrüner Verpackung ist meine ich richtig lecker geworden.
Foto: Sarah Eick

Veröffentlichungen und Termine
15. Juli WDR Westart
Interview über Annemarie Böll, die Frau von Heinrich Böll und mein Buch über sie.
Gespräch um 12:30 auf WDR 3, um 14:30 auf WDR 5
27. Juli DLF Fazit
Viel Aufmerksamkeit für Europameisterschaft 2025
Mit dem Titelgewinn Englands geht eine erfolgreiche Fußball-Europameisterschaft der Frauen zu Ende. Schriftstellerin Tanja Dückers zieht eine positive Bilanz und lobt die spielerische Qualität der EM. Noch viel zu tun bleibe in der Nachwuchsförderung.
13. August zaesur – Literaturzeitschrift für Poesiekritik
Rezension von Alexander Graeffs neuem Gedichtband „Deine Revolution für Ungenauigkeit hat Zukunft“:
25. August 2025 Bayrisches Literaturportal
Jubiläumsbeitrag zum 70. Geburtstag des Kollegen Thomas Meinecke
RADAR – polnische Literaturzeitschrift (Hg. Villa Decius, Kraków)
Vier Gedichte auf Polnisch, Ukrainisch und Deutsch
RADAR ist ein dreisprachiges Literaturmagazin mit Texten in polnischer, deutscher und ukrainischer Sprache, das sowohl in einer Druck- als auch in einer Online-Version (www.e-radar.pl) erscheint. Hauptanliegen ist dabei, die oft engen Grenzen der nationalen Literaturen zu überwinden.
Von RADAR gibt es zwei Hefte pro Jahr in einer Auflage von 4.000 Stück. Die Internetversion wird monatlich aktualisiert. Das Einzelheft hat ca. 130 Seiten und liegt in verschiedenen Institutionen bislang kostenlos aus.
Volltext (Wiener Literaturmagazin) „Lektürenotizen“
Acht Buchempfehlungen von Tanja Dückers
Volltext ist ein seit 2002 bestehendes Literaturmagazin aus Wien, das viermal im Jahr als gedruckte Zeitschrift und als E-Paper erscheint.
16. und 18. September:
Literarische Beratung – Manuskripte, Agentur- Verlagssuche – im Rahmen des Programms „schreiben & leben“, ein Angebot der Lettrétage
Über Tanja Dückers
29. Juli Kölner Stadt- Anzeiger
„Viel mehr als nur ‚die Frau von‘ “
Die Kölnern Annemarie Böll war literarische Übersetzerin und immer die erste Lektorin ihres Mannes – nun würdigt ein Buch von Tanja Dückers ihre Arbeit im Hintergrund, für die sie kaum Anerkennung bekam.
Nachgelesen
(angesichts der Nachrichten über Bolsonaros Verurteilung):
Das Brasilienbild in den deutschen Medien (Lateinamerika Nachrichten)
von Anton Landgraf
Lektüre-Empfehlungen
Artur Becker: Von Barschen, Augustäpfeln und anderen Menschen
Großartige Erzählungen, nicht ohne groteske Elemente, über Menschen in einem Rehazentrum in Polen – einer Art modernem Zauberberg- Den Autor selber könnte man sich hier auch vorstellen.
Tobias Keiling, Heidi Liedke: Faultiere. Ein Portrait. Naturkunden (Hg. Judith Schalansky).
Die Reihe Naturkunden ist zurecht berühmt, verbindet sie doch in jedem Werk botanische oder zoologische Kenntnisse mit kulturwissenschaftlichen und soziopolitischen. Die Portraits haben auch stets uns Menschen und unsere begrenzte oder selbstbezogene Sicht auf das jeweilige Tier oder die ausgewählte Pflanze zum Thema. Der Band über Faultiere stellt ein besonderes Highlight dar. Ein Kapitel über die gemütlichen Tiere heißt: „Das Leben der Anderen“.