Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Osterferien bieten Gelegenheit für physische oder auch nur gedankliche Auszeiten, Verstecke. Mich führen sie nach Prag, wo ich neben privaten Treffen weiter über Annemarie Böll, geborene Cech, recherchieren werde. Die Frau von Heinrich Böll wurde nämlich in Pilsen geboren, in Habsburger Zeiten (1910). Während sie als Vollwaisin im Alter von nur sechs Jahren nach Köln zur Verwandtschaft kam, blieb einer ihrer beiden Brüder in dem Land zurück, was später die Tschechoslowakische und noch später die Tschechische Republik werden sollte. In der Zeit des Protektorats Böhmen und Mähren (1939-1945) legte Eduard den Familiennahmen Cech ab und nannte sich Imdahl (Mädchenname seiner Kölner Großmutter), um unter deutscher Besatzung mit einem weniger tschechisch klingenden Namen bessere Überlebenschancen zu haben. Während der langen Besatzung durch die Deutschen wurden rund 5000 Tschechen und Slowaken pro Tag getötet, die Opfer vom Prager Aufstand vom 5. Mai 1945 nicht eingerechnet.
Erfreulicher war meine Recherche über verrückte Tiere, für ein Projekt mit Lyrik für Kinder und Jugendliche. Einige habe ich mir noch selber ausgedacht. Ein Teil der Gedichte ist nun auf Lyrikline.de (Haus für Poesie) erschienen (s.u.).
Ende April geht es mit anderen Autorinnen und Autoren nach Süddeutschland, zur Vorstellung von unserem Buch mit Antons Texten, worauf ich mich sehr freue.
Schöne Ostertage – in welchem Versteck auch immer, nahe oder fern
wünscht
Tanja
KULINARISCHE EMPFEHLUNG:
Brigaderia Sgarbi – Soulfood aus Brasilien
Auf dem diesjährigen Naschmarkt in Berlin entdeckt – leckerste, hübsch anzusehende handgemachte Schokobomben mit zum Teil exotischen Fruchtfüllungen

Termine und Veröffentlichungen:
24. April 2026 Aalen
Buchvorstellung – Gedenkabend / Lesung / Musik
„Bis hierher und immer weiter – ein Abend für Anton Landgraf“.
Anton Landgraf (1964-2023) ist in Aalen (Pelswasen) aufgewachsen, hat in Freiburg, Sao Paulo und Berlin studiert, ist in Berlin geblieben, gründete dort eine Familie und arbeitete als Journalist und Soziologe, zuletzt bei Amnesty International. An diesem Abend stellen wir ein Buch mit Anton Landgrafs stets pointierten, soziopolitischen Beiträgen zu Fragen der Zeit vor. Mit musikalischer Umrahmung durch Rolf Siedler.
Quartier
Meisenstraße 17, 73431 Aalen
10. April 2026 Berlin
Kunst – Musik – Literatur
Salon Atelier Petrick
Mit Nina Petrick, Sina Metzkow, Mohammed Ben-Mustapha, Mascha von Lieven, Tanja Dückers ….
Lützowplatz 7
10785 Berlin
Nicht-öffentlich, auf Anfrage unter 0171 37 60 287
Haus für Poesie – Lyrikline (Lyrik für Kinder und Jugendliche)
Eine neue Auswahl von elf Gedichten von ausgestorbenen Tieren, einem Mathemonster bis hin zum geheimnnisvollen Wampiki
Audio-Beispiele:
https://www.lyrikline.org/de/gedichte/der-regenwurm-mit-hut-18590
https://kinder.lyrikline.org/gedicht/149/18600/mathemonster
Amnesty Journal online
„Zwei von Tausenden“, Buchkritik von Tanja Dückers
(siehe unten bei „Weitere Buchtipps“)
Jungle World / dschungel
„Verweigerte Kindheit“. Besprechung des Debütromans von Lilli Tollkien
In dem Coming-of-Age-Roman „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ schildert Lilli Tollkien aus Sicht eines Kindes die Politszene Westberlins in den achtziger Jahren
Bayrisches Literaturportal
(ab ca 10. April)
Besprechung von Lena Goreliks Essay in Buchform (vom Rowohlt Verlag unpassenderweise Roman genannt) „Alle meine Mütter“
Nachgelesen:
Die Zukunft braucht Kosmopoliten
Die tschechische Schriftstellerin Lenka Reinerová erzählt vom Umsturz der Verhältnisse, vom Schrecken der Vergangenheit und von den Möglichkeiten der Freiheit.
Das Interview führte Anton Landgraf
Lektüre-Empfehlung:
Michael Hvorecky: Dissident. Tropen Verlag / Klett Cotta, Stuttgart 2026
Das erste Sachbuch des befreundeten slowakischen Schriftstellers aus Bratislava. Eindringlich beschreibt Michal mit vielen historischen Rückblicken, wie sich das kulturpolitische Klima in der Slowakei in der zweiten Regierungszeit von Orban-Freund Robert Fico verändert hat und wie auch er zunehmend persönlich bedroht wird. Dass Michal so gut schreiben kann, hilft bei der schweren Thematik über ein Land, das die meisten nicht gut kennen, ungemein.
Kino-Empfehlung:
Siri Hustedt: Dance around the Self (Dokumentarfilm), Regie: Sabine Lidl
Ein berührender Film über das Leben der us-amerikanischen Schriftstellerin, auch mit Blick auf den Tod ihres Mannes, Paul Auster, und ihr Leben danach.